Die Geschichte des Musikverein Reckershausen-Heinzenbach e.V.

Die Anfänge des Musikvereins reichen zurück in das Kriegsjahr 1941. Zunächst begann es mit einer losen Vereinigung, die sich „Mundharmonika-Freunde" nannte.

Nach wenigen Wochen regte sich der Wunsch, Instrumente mit stärkerer Wirkungsmöglichkeiten zu besitzen und zu spielen. So wurden die ersten Instrumente im Sommer 1941 beschafft. Es waren zwei Klarinetten, von denen eine 26 DM gekostet hatte.

Ein Militärmusiker lenkte die ersten Schritte des jungen Vereins und erteilte den jungen Musiker Unterricht. Er besorgte dem Musikverein bessere Instrumente und auch von anderen Vereinen wurden gebrauchte Instrumente gekauft. Es wurde fleißig geübt, und zwar im Hause der „Butter-Marri", aber von einem Zusammenspiel konnte zu der Zeit noch keine Rede sein. Durch viel Freude an der Musik erreicht man schon bald, dass man sich an kleinere Aufgaben heranwagen konnte.

Der Krieg hemmte leider die Entwicklung des Vereins. Verschiedene Mitglieder wurden zum Militärdienst einberufen. Erst nach dem sich die politische Lage langsam stabilisiert hatte, gelang es, von der Militärregierung eine Genehmigung zu öffentlichem Auftreten zu erhalten. So durfte der Verein in den ersten Nachkriegsjahren bei der Fronleichnamsprozession in Kirchberg mitwirken.

So nach und nach kamen weitere Mitglieder zum Verein. Es begann nun eine Zeit wertvollen Schaffens im gesellschaftlichen Leben unseres Dorfes, zusammen mit dem Musikverein und dem ehemaligen Kirchenchor. Die gemeinsame Veranstaltungen in der Winterzeit waren in weiter Umgebung bekannt und geschätzt und werden allen Dorfbewohnern noch lange als ein Stück aus der guten alten Zeit in bester Erinnerung bleiben.

Seit 1961 feiert der Verein alle 5 Jahre sein großes Jubiläumsfest. Damals konnte man auf ein 20-jähriges Bestehen zurückblicken.

Zu dieser Zeit trugen die Mitglieder noch keine Uniform, sie besaßen lediglich Mützen, die für jeden Anlass geeignet waren. Bei einem Trauerfall trugen die Musiker sie als schwarze Kopfbedeckung, die sie bei einer fröhlichen Feier in weiße Mützen umwandeln konnten. Nachdem im Laufe der 50er Jahre viele Musiker auch aus dem Nachbarort Heinzenbach dem Verein beigetreten waren, wurde eine offizielle Umbenennung in Musikverein Reckershausen-Heinzenbach unumgänglich.

Nach dem Krieg diente der Schulsaal der evangelischen Schule als Übungsraum. Nachdem dort aber der Platz nicht mehr ausreichte, zogen die Musiker in eine Baracke um. Später fanden die Übungsstunden in einem Raum im Stierstall statt, ehe endgültig Anfang der 80iger Jahren die Räumlichkeiten des Gemeindehauses genutzt werden konnten.

Damals sah die Lage des Vereins alles andere als rosig aus. Die Finanzen waren stark angekratzt, die Mitgliederzahl ging zurück, in der musikalischen Entwicklung trat ein Stillstand ein. Aber beginnend mit der Aufnahme der ersten größeren Gruppe von Jugendlichen vollzog sich langsam der Umschwung. Mit ihnen kam eine neue Begeisterung in das Orchester. Angespornt von jugendlichem Elan fühlten sich auch die „Alteingesessenen" aufgefordert so dass das musikalische Niveau wieder angehoben werden konnte. So umfasst nun das musikalisches Repertoire die verschiedensten Musikrichtungen, sei es von Volksmusik über Schlager bis hin zu modernen Pop- und Konzertstücken.

Auch heute noch ist es Ziel der Vereinsführung, dass der Jugendausbildung große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie müssen für die Musik begeistert werden, zudem muss ihnen als Musiker eine solide Grundausbildung vermittelt werden, die Integration in das Vereinsleben darf nicht fehlen, damit eine echte Alternative zur Gestaltung ihres Lebensraumes geboten wird.

Noch einige statistische Ergänzungen aus dem Vereinsleben:

Die Dirigenten im Überblick

1. Hans Becker

2. Josef Christ bis 1949

3. Karl Thein ab 1949 bis 1952

4. Horst Sdorra ab 1952 bis 1994

5. Uwe Hanß ab 1994 bis 2002

6. Dankwart Westermayer ab 2002

 

Die Vorsitzenden des Vereins im Überblick:

1. Jakob Hoffmann

2. Heribert Christ

3. Matthias Willwert

4. Peter Hoffmann bis 1961

5. Franz Schumann ab 1961 bis 1964

6. Willi Mohr ab 1965 bis 1968

7. Fritz Hoffmann ab 1969 bis 1973

8. Heribert Ochs ab 1973 bis 1986

9. Bernd Kreutzer ab 1986 bis 1991

10. Marita Michels ab 1991